Bin ich einfach keine Babymama?

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Seit ein paar Tagen schlafe ich morgens so lang wie die Kinder. Das ist ganz neu für mich. Stehe ich doch seit ich Kinder habe, und sie nicht mehr vor mir aufwachen, so früh auf wie möglich, um Zeit für mich zu haben.

Die Zeit war dennoch gefühlt oft zu kurz und die Morgende anstrengend, da ich häufig noch müde war.

Nun habe ich diese Zeit für mich losgelassen, bin wacher, wenn ich von selbst aufwache und vermisse bisher nichts.

Warum schreibe ich darüber?

Ich stelle immer wieder fest, dass wir uns so oft Geschichten über uns erzählen, Ideen von uns haben, wie wir ticken, meine war zum Beispiel, dass ich einfach ein Frühaufsteher bin, so dass wir manchmal gar nicht sehen, dass es anders geht. Und oftmals sogar besser.

Festhalten möchte ich, dass es mir dennoch wichtig ist, auch morgens Zeit zu haben, um im Tag anzukommen, alleine. Doch das lässt sich unserer Familiensituation auch anders realisieren, ohne dass ich später todmüde bin.

Die Parallelen zu deinem Mama-Leben

Doch was bedeutet das nun für dich als junge Mama, die du hier mitliest?

Es hat Parallelen mit dem Mamawerden. Wir werden Mama mit der Geburt unseres Kindes. Vorher waren wir auch jemand, wir hatten viele Rollen, und wir hatten unser Leben. Nun kommt da jemand auf die Welt, macht dich irgendwie zur Mama und gleichzeitig zum fremdbestimmtesten Menschen für eine ganze Weile.

Viele Dinge, die wir vorher über uns dachten, mit denen wir uns in unserem Leben eingerichtet hatten, funktionieren nun nicht mehr.

Und das kann enorm hilflos machen, wütend und verzweifelt.

Wir sind mit unseren Gedanken, Ideen und Vorstellungen durchs Leben gegangen. Und dieser kleine Mensch in unserem Arm hindert uns nun erstmals daran, damit weiterzugehen.

Er und das Leben an sich verlangen neue Ideen, Gedanken und Wünsche, um gut durchs neue Leben zu kommen.

Das ist anstrengend ...

… und fühlt sich gerade am Anfang und auch später immer wieder überfordernd an.

Und so mag ich mit diesem Text den Fokus darauf lenken, dass du immer noch der Mensch von vor der Geburt bist – und das ist auch gut so –  und gleichzeitig Teile in dir berührt werden, die du noch nicht kanntest.

Ich finde wichtig, genau das auf dem Schirm zu haben, denn es kann das Leben leichter machen. Denn es macht einen Unterscheid, zu denken, „Oh man, ich hab das immer so gemacht und nun geht das mit Baby nicht mehr. Was tue ich bloß?“

Oder zu denken, „Ich hab das immer so gemacht, nun geht es so erstmal nicht mehr, wie könnte es denn anders gehen und dennoch gut für mich sein?“

Was kann ich nur tun?

Ich mag dir die inhaltliche Bedeutung meines Textes mal praktisch zeigen:

  • Du warst immer super strukturiert und brauchtest das auch, um dich wohlzufühlen. Die Struktur mit Baby ist nun dahin. Es schläft dann, wenn schläft und nicht dann, wann es dir in deinen Tagesablauf passt.

Was kannst du tun?

Es annehmen. Und in diesen 8 Buchstaben steck echt viel Herausforderndes. Denn es kann mega herausfordernd für dich sein, zu akzeptieren, dass es so ist. Gerade, wenn dir ein vorhersehbarer Tagesablauf bis eben Sicherheit und Verlässlichkeit gab.

Du kannst dir Unterstützung suchen, jemand, der das Baby mal in den Schlaf schiebt, und du machst etwas, was du möchtest.

Dein Partner und du verabreden verlässlich Zeiten unter der Woche, in denen du sicher weißt, er kümmert sich um euer Baby.

  • Du bist immer gern zum Sport. Doch nun ist da dein Baby. Und du weißt nicht, wie du zum Sport kommen solltest. Es braucht einfach so viel Nähe.

 

Was kannst du tun?

Sobald du die Rückbildung hinter dich gebracht hast, gehen auch so Angebote wie Kangatraining. Dort kannst du dich bewegen und hast dien Baby in der Trage bei dir.

Rückbildung machst du am besten ohne dien Baby am Körper. Es gibt die Angebote, bei denen du dein Baby mitbringen kannst. Doch ist das für dich schwierig, dann macht es Sinn ohne Baby zur Rückbildung zu gehen.

Vereinbare mit deinem Partner eine Zeit, wo er zuhause auf euer Baby aufpasst, oder wenn dich dein Baby fest braucht, er um den Ort der Rückbildung mit dem Baby einen Spaziergang macht.

Zu guter Letzt oder wenn nichts anderes geht, mache Übungen zuhause, wenn dein Baby schläft oder jemand anders da ist. Denn Rückbildung ist unerlässlich. Auch, wenn du nicht sofort merkst, dass du keine Rückbildung gemacht hast, wirst du spätestens im Alter körperliche Probleme bekommen, die du ohne Rückbildung zu einem höheren Prozentsatz ausschließen kannst.

  • Du bist gern unter Menschen, gerade die Zeit im Wochenbett war vielleicht auch herausfordernd für dich, weil dir Kontakte gefehlt haben. Nun hast du dich auf die Babykurse gefreut. Doch nun ist da dein Baby und es schreit in diesen Kursen einfach nur.

Was kannst du tun?

 

Die Kursleiterin nach den Telefonnummern der anderen Mamas fragen, so dass du dich einzeln und an einem ruhigeren Ort mit einer anderen Mama treffen kannst.

Ihr könnt euch draußen treffen.

Du kannst einen Aushang machen, um auf anderem Weg als über Babykurse neue Menschen kennenzulernen.

Du triffst dich mit Frauen, die du vielleicht in der Rückbildung kennengelernt hast.

  • Deine Arbeit ist dir wichtig. Du arbeitest gern. Du hast dich vor der Geburt entschieden, dass du nun erstmal zuhause bist. Doch irgendwie fällt es dir viel schwerer als gedacht.

Das ist ein ziemlich weites Feld, und ich habe überlegt, ob ich das hier in dem kurzen Blogartikel aufnehmen will. Denn es macht viele Fässer auf.

In ziemlich vielen Partnerschaften ist klar, dass die Frau erstmal zuhause bleibt. Vielleicht gerade deshalb, weil viele schwangere Frauen davon ausgehen, dass sie auch stillen werden.

Und letztlich gehen viele Schwangere auch davon aus, dass das Babyglück ihnen über die fehlende Arbeit hinweghilft.

Tut es aber vielleicht gar nicht. Vielleicht weil kein Babyglück da ist, weil es anstrengend ist, weil du dich wirklich sehr nach deiner Arbeit sehnst. Und dann steigen ganz schnell Schamgefühle auf. Denn übers Baby ist man glücklich. Is so, wenn es anders ist, ist an dir was falsch.

Das ist QUATSCH! Und dennoch immer noch sehr verbreitet.

Was kannst du tun?

Es aussprechen, dass du gern wieder arbeiten würdest.

Dich mit anderen (Babymamas) darüber austauschen und deine Schamgefühle darüber sehen, und sie doch nicht über dich bestimmen lassen.

Schauen, ob es bei dir Sehnsucht nach der Arbeit ist oder einfach die Sehnsucht nach mehr Selbstbestimmung. Das lässt sich dann unterschiedlich befriedigen.

Mit deinem Partner schauen, was möglich ist an Veränderung. An euren Strukturen? An seiner Arbeitssituation?

Die genannten Punkte und die dazugehörigen Tipps sind eine Auswahl an Ideen. Es kann gut sein, dass dich die Situationen nicht abholen, und/ oder dass die Tipps nicht passend für dich sind.

Die Zeit nach der Geburt und das Mutterwerden ist so individuell wie alles andere in unserem Leben.

Daher schau ich gern mit dir auf deine individuelle Situation. Meld dich bei mir!

Es gibt immer einen Weg, und du brauchst ihn nicht allein zu finden!

Fazit ist, dass du als Mama eine Menge innere Teile bist. Da ist dein Ich, dass es schon vor der Geburt gab und in diesem Ich werden nun durch die Geburt Teile berührt bzw. nehmen mehr Raum ein, die du vor der Geburt gar nicht gekannt bzw,. nicht gebraucht hast. Du bist deine vorheriges-nachheriges Ich. Und die spannende Frage ist: Wer bin ich noch und wie öffne ich den Raum, um in meinem neuen Leben gut anzukommen. Was ist mir dienlich und möchte ich behalten und was kann ich loslassen, weil es auch anders geht?

 

Was ist deine Antwort darauf?

Schwierig für dich? Ich schau gern mit dir drauf.

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